Beyond Meat – „The Beyond Burger“ richtig grillen!

Beyond Meat - The Beyond Burger - Logo

Beyond Meat – The Beyond Burger! Die veganen Burger-Patties als Alternative zum klassischen Rindfleisch-Patty sind momentan in aller Munde. Ich zeige euch wie man die Beyond Meat Burger-Patties auf dem Grill richtig zubereitet. Und am Ende werde ich euch auch noch sagen, ob Beyond Meat hält, was es verspricht.

Beyond Meat – The Beyond Burger – Das Produkt

Erstmal ein paar generelle Infos zum Produkt. Die Firma Beyond Meat wurde bereits 2009 von Ethan Brown in den USA gegründet. Dort ist die Marke mittlerweile durchaus bekannt und im Einzelhandel etabliert. Der Erfolg scheint selbst die dortige Fleischindustrie zu beeindrucken (die hat mittlerweile sogar Anteile erworben) und so ging das Unternehmen im Mai 2019 an die Börse.

Wie bei fast allen Trends in den USA, ist es meistens nur eine Frage der Zeit bis das Ganze zu uns rüber schwappt. Zuletzt war es überall in der Presse – Beyond Meat hat es jetzt sogar bis zu LIDL ins Regal geschafft. Ungefähr eine Stunde nach Ladenöffnung war die Aktionsware aber anscheinend schon vergriffen.

Gekauft habe ich die Beyond Meat Burger-Patties deshalb in der METRO. Hier werden sie im 10er-Pack zum Preis von netto 29,99€ (brutto: 32,09€) in der Tiefkühltheke verkauft. Das macht dann einen Stückpreis von circa 3,21€. In Worten: Drei Euro und einundzwanzig Cent!!!  😯 Wow, das ist bei 113,5g pro Patty ein stolzer kg-Preis von über 28,-€! Dafür bekommt man natürlich auch beste Rindfleisch-Qualität beim Bio-Metzger.

Die Patties kommen in einem handlichen Karton daher, welcher bereits ein paar kurze Infos für die Zubereitung liefert :

Beyond Meat Verpackung Anleitung

Die Patties sollen also über Nacht im Kühlschrank aufgetaut und dann aus dem Kühlschrank heraus direkt gebraten/gegrillt werden. Soweit eigentlich nichts anderes als man es von tiefgekühlten Rindfleisch-Patties auch kennt. Drei Minuten Garzeit pro Seite sowie eine Kerntemperatur von 74°C werden hier als Richtwert genannt. Das unterscheidet sich dann schon ein wenig vom Standard-Medium-Rindfleisch-Burger. Die Patties sind aufgetaut noch fünf Tage lang haltbar – eingefroren werden sollten sie jetzt jedoch nicht mehr.

Fertig aufgetaut sehen die Patties dann sogar fast wie echtes Fleisch aus. Auf den ersten Blick sieht man hier kaum einen Unterschied. Die Maße der Patties sind circa 2cm Dicke und 8,5cm Durchmesser.

Beyond Meat Karton mit zwei aufgetauten Patties

Die Zubereitung auf dem Grill

Ich habe die Patties sowohl auf dem Holzkohle-, als auch auf dem Gasgrill zubereitet. Die Zubereitung unterscheidet sich nicht. Hier erstmal die Zubereitung Schritt für Schritt in einer kurzen übersichtlichen Liste:

  • Schritt 1 – Patties über Nacht abgedeckt im Kühlschrank auftauen lassen
  • Schritt 2 – Grill für 2 Zonen (direkte und indirekte Hitze) vorbereiten
  • Schritt 3 – Patties von beiden Seiten für jeweils 90 Sekunden direkt grillen
  • Schritt 4 – In der indirekten Zone des Grills (bei geschlossenem Deckel) zu Ende garen (Kerntemperatur 74°C)
  • Schritt 5 – Burger draus bauen! 🙂

Auftauen über Nacht

Im ersten Schritt werden die Patties also schonend aufgetaut. Das sollte man (wie bereits erwähnt) am besten am Vortag erledigen, spätestens jedoch morgens früh, wenn man abends grillen möchte.

Grill anheizen!

Sind die Patties bereit, wird der Grill im zweiten Schritt auf Temperatur gebracht. Wichtig ist hier eigentlich nur, dass ihr euch zwei Zonen einrichtet. Eine Zone mit direkter Hitze zum Anbraten und eine indirekte Zone zum Garen. Die Aufteilung (links/rechts oder mittig/außen) bleibt euch überlassen und richtet sich natürlich auch nach dem Grill.

Ich selber hatte hier den Weber Master-Touch 57cm Kugelgrill mit passendem Sear Grate Einsatz (Amazon) am Start. Allerdings läuft die Zubereitung natürlich auf jedem Gas- oder Kohlegrill gleich ab. Naaaah? Wer ahnt jetzt schon warum der Sear Grate Einsatz hier wenig Sinn macht?

Direkt grillen

Im Schritt 3 werden dann die aufgetauten Beyond Meat Burger-Patties über direkter Hitze angegrillt. Etwa 90 Sekunden reichen hier, damit die Patties ein ordentliches Branding bekommen. Auf dem Bild könnt ihr sehen, dass das mit dem Branding eigentlich prima klappt. Leider sind die Patties aber mit knapp 8,5cm ziemlich klein – da geht das Muster vom Sear Grate Einsatz irgendwie unter… 😕

Beyond Meat Burger Pattie auf Holzkohle-Grill

Ich hatte auf jeden Fall erstmal nur ein einzelnes Patty drauf. Den Rost solltet ihr übrigens unbedingt vorher einfetten. Ich habe vorsorglich das Weber Non-Stick Spray (Amazon) genutzt und nachdem ich es bei einem anderen Patty vergessen hatte, kann ich nur sagen – zu Recht!

Indirekt fertig garen

Nachdem das Patty auf beiden Seiten angegrillt war, habe ich es in die passive Zone gelegt und den unteren Lüftungsregler vom Grill zu 2/3 zugedreht, damit mir die Temperatur im Grill nicht direkt auf 300°C schießt. Jetzt noch das gute, alte FANTAST Thermometer (IKEA) ins Patty gesteckt, Pieper auf 74°C gestellt, Deckel drauf und warten. Etwa 5 Minuten später piept es und das Patty ist fertig zubereitet.

Beyond Meat Burger Pattie fertig gegart angeschnitten

So sieht es nun also aus, das aufgeschnittene Beyond Meat Burger Patty – frisch vom Holzkohlegrill. Auf den ersten Blick weiß die Optik durchaus zu überzeugen. Sieht fast aus wie Fleisch. Vor allem im Inneren. Da kann man wirklich nicht meckern – immer im Hinterkopf habend, dass das da wirklich kein Gramm Fleisch enthält!

Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt!

Den letzten Schritt brauch ich jetzt nicht mehr wirklich erläutern, oder? Burger nach Lust und Laune belegen, das Patty irgendwo zwischen den beiden Brötchenhälften platzieren – fertig!

Fast fertig belegter Burger mit Beyond Meat Burger PattieFertig belegter Burger mit Beyond Meat Burger Pattie

Auch hier fällt aber wieder die Größe vom Patty negativ auf. Die Dicke ist kein Problem – aber 8,5cm sehen selbst auf dem kleinen Standard-Bun irgendwie ein wenig verloren aus. Wieso machen die die Dinger nicht etwas dünner und dafür breiter? 🙄

Und jetzt die magische Frage: Kann Beyond Meat was?

Das ganze Thema Beyond Meat ist ja aktuell ein regelrechter Hype. Selbst die Aktienkurse an der Börse schießen in die Höhe, so als hätte da jemand den heiligen Gral des Fleischersatzes gefunden. Kein Mensch braucht jetzt noch Fleisch!

Leider kann ich das nicht allumfassend bestätigen. Es gibt sicherlich Punkte da hat Beyond Meat mich positiv überrascht – aber es gibt auch ein paar ganz klare Kritikpunkte, die man sich nur sehr schwer schönreden kann.

Stärken sind Optik und Konsistenz

Vor allem durch die Optik kann das Patty meines Erachtens überzeugen. Man muss schon zweimal hinsehen um zu erkennen, dass es sich hier um kein echtes Rindfleisch-Patty handelt. Das gilt für das Äußere, aber ganz besonders für das Innere vom Patty – das sieht wirklich fast nach echtem, medium gegarten Fleisch aus. Nur wenn man ganz genau hinsieht und ein echtes Rindfleisch-Patty daneben legt, dann ist natürlich Schluss mit Täuschung.

Auch die Konsistenz ist aus meiner Sicht durchaus gelungen. Das Beyond Meat Burger-Patty fühlt sich sowohl roh als auch fertig gegart eigentlich genauso an wie es soll. Drückt man das fertig gegarte Patty ein wenig zusammen, so tritt sogar (ähnlich dem Fleischsaft beim Rindfleisch-Patty) ein wenig Flüssigkeit hervor. Das ist wirklich irgendwie beeindruckend.

Leider gibt es aber auch ein paar Schwächen, die mich absolut unüberzeugt zurück lassen.

Hilfe! Dieser Geruch!!! 😯 😯 😯

Die gravierendste Schwäche ist der Geruch! Die Dinger riechen einfach – ja wie soll man sagen – merkwürdig… Nicht ekelig, aber irgendwie nicht so wie man es sich wünschen würde. Ich würde den Geruch am ehesten mit Mango oder einem Langnese Solero-Eis (kommt wahrscheinlich durch die Kälte) vergleichen. Auf jeden Fall hat das mal gar nichts mit Fleisch zu tun! Wenn man das Beyond Burger Patty kurz mit den Fingern angefasst hat, dann bleibt der Geruch sogar dauerhaft an den Fingern haften. Richtig penetrant! …und am Ende dann irgendwie doch ekelig. 🙁

Und dann kommt das Patty ja auch noch auf den Grill. Was vorher „nur“ nach deplatzierter Mango gerochen hat, riecht jetzt leider nicht mehr nach gegrilltem Solero-Eis, sondern irgendwie sauer. Fast so, als würde das Patty eigentlich nicht auf den Grill gehören. Leider extrem weit von gut riechend oder duftend entfernt. Auf dem Volksfest einen Grillstand mit diesen Patties??? Da laufen die Leute weg!

Das Wichtigste ist natürlich der Geschmack!

Hier muss ich sagen, dass ich da zwiegespalten bin. Blendet man den Geruch mal aus (sofern man das beim Essen überhaupt zu 100% kann), so kommt das Beyond Meat Burger-Patty dem Geschmack eines Rindfleisch-Pattys zumindest näher als alles andere, was ich bis dato gegessen habe. Allerdings würde ich es pur niemals mit Rindfleisch verwechseln können.

Es schmeckt gut, aber eben nicht annähernd so gut wie echtes Rindfleisch. Auch wenn die Konsistenz der von Fleisch schon ziemlich nah kommt. Klar ist das subjektiv und meine persönliche Meinung – aber hey, das ist auch meine Website hier! 😛

Fertig belegter aufgeschnittener Burger mit Beyond Meat Burger Pattie

Ein wenig anders sieht es dann aber auf dem fertig belegten Burger aus. Hier spielt das Beyond Meat Burger-Patty dann mit seiner gelungen Optik und der sehr stark an Rindfleisch erinnernden Konsistenz seine Plus-Punkte voll aus. Zusammen mit Tomate, Gurke, Zwiebel, BBQ-Sauce, Ketchup und Co. kann das Patty durchaus schmecken.

Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, dass es manchen gar nicht auffallen würde, wenn man es ihnen nicht sagt. Sie würden bis zum Ende denken, dass sie einen echten Rindfleisch-Burger essen. Zumindest wenn ich daneben gerade ein Solero schlabbere. :mrgreen:

Gab es heute wieder Spargel in der Kantine?

Ich will da jetzt nicht näher drauf eingehen. Wer mit dieser Frage gar nichts anfangen kann, der kann den Absatz hier ungelesen überspringen. Allen anderen kann ich nur sagen, dass man in dieser Frage das Wort „Spargel“ leider auch mit „Beyond Meat“ ersetzen kann. Solero-Eis und Rindfleisch passen hingegen nicht. Das muss zu diesem Thema reichen.

Nur soviel: Es ist eine Minuspunkt!

Beyond Meat – Was ist da drin?

Hier erstmal die Info mit den Zutaten:

  • Trinkwasser
  • Erbsenproteinisolat 18%
  • Rapsöl
  • Raffiniertes Kokosnussöl
  • Aroma
  • Raucharoma
  • Stabilisatoren: Cellulose, Methylcellulose, Gummi Arabicum
  • Kartoffelstärke
  • Maltodextrin
  • Hefeextrakt
  • Salz
  • Sonnenblumenöl
  • Trockenhefe
  • Antioxidationsmittel: Ascorbinsäure, Essigsäure
  • Farbstoff: Betenrot
  • modifizierte Stärke
  • Apfelextrakt
  • Zitronensaft

Und dann noch die Nährwerte pro 100g:

Energie1142,5kj / 265,5 Kcal
Fett17,7 g
– davon gesättigte7,1 g
Kohlenhydrate9,7 g
– davon Zucker0,0 g
Eiweiß17,7 g
Salz1,0 g

Zu guter Letzt dann der Foto-Beweis – wer Fehler beim Abtippen gefunden hat, der darf die selber grillen! 🙂

Beyond Meat - The Beyond Burger - Zutaten + Nährwerte

Ich maße mir ein Urteil darüber nicht an. Ob billig produziertes Massentierhaltungsfleisch besser ist, das wage ich zu bezweifeln. Aber wer Wert auf gutes Fleisch aus guter Herkunft legt, der wird zumindest beim ersten Blick auf diese Zutatenliste ein wenig nachdenklich, oder? Ich auf jeden Fall schon.

FAZIT

Für mich persönlich ist das Beyond Meat Burger-Patty leider absolut keine Alternative. In erster Linie liegt das am Geruch – der macht bei mir leider alles kaputt! Da können auch eine gute Konsistenz und eine ansprechende Optik nichts dran ändern.

Sicherlich schmeckt das Patty in einem gut belegten Burger eingebettet nicht verkehrt – allerdings tut es da auch ein Portobello-Pilz (probiert das ruhig mal – Pilz statt Patty). Der gibt zwar optisch nicht den Rindfleisch-Trittbrettfahrer, aber schmecken tut das sogar besser. Und es ist eben nur ein Pilz – natürlich gewachsen und ohne irgendwelche Zusätze.

Aber letzten Endes bleibt einem wohl nichts anderes übrig, als es selber zu probieren. Wenn es die Dinger bei LIDL wieder gibt, dann kann man sich ruhig mal welche mitnehmen und selber testen. 😉